Menschenkette gegen lebensgefährliche Infrastruktur in der Oberlandstraße

WANN:  Samstag, den 6. Dezember, 13 Uhr
WO: Oberlandstraße / Auffahrt A100 in 12099 Berlin-Tempelhof

Für Morgen ruft das Netzwerk fahrradfreundliches Tempelhof-Schöneberg zum Protest gegen die lebensgefährliche Infrastruktur in der Oberlandstraße auf. Mit einer Menschenkette markieren sie das Ende des Radweges bis zur Kreuzung. Das waren die letzten Meter des am 25. November 60-jährigen Radfahrers, der von einem rechtsabbiegende Lkw-Fahrer getötet wurde
.

An der Anschlussstelle Oberlandstraße gibt es für Menschen auf dem Rad nichts:
• keine Radwege,
• keine Radfahr- oder Schutzstreifen,
• keine Aufstellflächen und Furten für das indirekte Linksabbiegen Radfahrender.

Stattdessen ist sämtlicher Platz für den Autoverkehr vorgesehen. Radfahrende sollen im schnellen Autoverkehr mitfahren und auch noch Spurwechsel machen. Kurz: Diese Straße ist der blanke Horror.

Die Oberlandstraße bildet zusammen mit der Germaniastraße eine der wichtigsten Verbindungen außerhalb des S-Bahnrings zwischen Neukölln und Tempelhof und weiter nach Schöneberg. Die Straße durchquert ein großes Gewerbegebiet und gehört somit für viele Menschen zum Arbeitsweg. Im offiziellen Radnetz ist die Oberlandstraße Teil des einzurichtenden Ergänzungsnetzes.

Bis heute sieht die Straße allerdings noch so aus, wie sie vor mehr als 40 Jahren als Autobahnzubringer gebaut wurde. Östlich der Autobahn sind je Richtung ein überbreiter Fahrstreifen markiert. Auf dem Hochbord parken Autos, dahinter befindet sich ein deutlich in die Jahre gekommener zu schmaler Radweg aus Verbundsteinpflaster, mitten durch den Türbereich parkender Autos führend. Dieser Radweg endet jedoch kurz vor der Autobahn. Radfahrende sollen sich auf der Fahrbahn in den Fließverkehr einfädeln. Die Sichtbeziehungen sind schlecht, weil sie zuvor sowohl hinter abgestellten Autos als auch hinter Bäumen fahren.