Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und Senatorin Ute Bonde (CDU) stellten gestern Nachmittag ihr neues Verkehrskonzept für die Friedrichstraße vor. Changing Cities begrüßt das Verlegen der Parkplätze in die umliegenden, weitgehend leerstehenden Parkhäuser und die Verbreiterung der Fußwege. Dies entspricht exakt einem Teil der damaligen Planung.
Erst letzte Woche stellte eine Studie fest, dass die Friedrichstraße die gefährlichste Straße Berlins sei – mit 49 Unfällen im Jahr 2024. Die kränkelnde Einkaufsstraße in Berlin-Mitte wurde 2022 verkehrsberuhigt, aber die CDU-Verwaltung entschied sich nach ihrem Amtsantritt 2023 sofort dagegen und ließ alle eingeleiteten Maßnahmen zurückbauen. Seitdem hat sich der Autoverkehr auf der Friedrichstraße zum gefährlichsten in ganz Berlin entwickelt. Insofern sieht Changing Cities die „neuen“ Maßnahmen der Senatsverwaltung als ersten Schritt, dem weitere folgen müssen.
Senatorin Bonde erklärte, dass die Friedrichstraße nicht relevant für den Lieferverkehr sei. Also ist der Kfz-Verkehr hier hauptsächlich Durchgangsverkehr – ein Problem, für das die vorliegende, schnurgerade sieben Meter breite Asphaltfahrbahn ohne Markierungen keine Lösung darstellt. Sieben Meter breite Fahrbahnen entsprechen auch nicht dem Charakter einer Tempo 20-Zone.
Als nächster Schritt soll eine interne Gruppe eine Machbarkeitsstudie erstellen. Im Anschluss folgen dann die Umsetzungsplanung und schließlich die Ausschreibungen. Eine Umsetzung in dieser Legislatur ist also nicht gerade sehr wahrscheinlich.
„Für die Friedrichstraße ist dieser Vorschlag deutlich besser als der jetzige Zustand. Wir warten jedoch noch auf eine Lösung zur Schaffung von Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer*innen. Die schweren Verletzungen finden ja schließlich nicht auf den Gehwegen statt!”, kommentiert Stefan Lehmkühler von Changing Cities.
Weiterführende Links:
Studie der Allianz Direct „Verkehrsunfallstatistik in Deutschland: So sicher sind unsere Straßen“