Vernichtendes Sicherheitsaudit zur Torstraßenplanung

Ein Sicherheitsaudit für die Planung der Torstraße stellt fest, dass die Sicherheitsdefizite für alle Verkehrsteilnehmenden so groß sind, dass sie nicht mehr im Rahmen von Detailänderungen zu heilen sind. Eine komplette Neuplanung „mit besonderem Fokus auf angemessenen Fahrbahnbreiten, konfliktfreie Radverkehrsführung, städtebaulich begründete Abschnittsbildung sowie ausreichend dimensionierte Fußverkehrsflächen und Einhaltung aller sicherheitsrelevanten Vorschriften” wird empfohlen.

Die im Sicherheitsaudit benannten Probleme sind:

  1. Bekannte Unfallschwerpunkte werden ignoriert.
  2. Es sind viel zu wenige Querungen für Fußgänger*innen vorgesehen.
  3. Der Radweg endet genau dort, wo es am gefährlichsten ist.
  4. Die Sicht ist grundsätzlich an vielen Stellen blockiert.
  5. Der Radweg schwenkt direkt hinter einer Sichtbehinderung auf die Fahrbahn.
  6. Der Radweg führt ohne Sicherheitsabstand direkt an Parkplätzen entlang.

Diese Defizite entstehen alleine dadurch, dass „unbedingt eine Vierstreifigkeit [Anmerkung der Redaktion: vier Autospuren] vorgegeben war – dabei ist die Fahrbahnbreite angesichts der aktuellen Verkehrszahlen überhaupt nicht notwendig […] Diese Entwurfsentscheidung steht in deutlichem Widerspruch zu den anerkannten Regeln der Technik sowie zu den Zielsetzungen bezüglich Verkehrssicherheit, Aufenthaltsqualität und Gleichberechtigung der Verkehrsträger.“ Weiter heißt es: „Durch eine Reduzierung der Fahrbahnbreite auf ein fachlich gerechtfertigtes Maß könnten hingegen mehrere der dokumentierten Defizite unmittelbar und einfach behoben werden“. 

Changing Cities fordert:

  • das von der Senatsverwaltung beauftragte Sicherheitsaudit zu veröffentlichen
  • mit den jetzt vorliegenden Erkenntnissen die Planung vollständig neu zu überarbeiten
  • als neue Planungsprämisse auf den zweistreifigen Umbau der Torstraße zu setzen. 

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