Der Bezirk wächst, die Blockdammbrücke kommt

Die Lichtenberger Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hat beschlossen, den Neubau der Blockdammbrücke als Fuß- und Radwegbrücke zu forcieren. Der Bezirk will notwendige Zuarbeiten und Vorleistungen erbringen, damit er gemeinsam mit dem Senat zügig in die Umsetzung kommt. Das Engagement von Carlesshorst, einer Initiative von Karlshorster*innen, die sich als Teil von Changing Cities für die Verkehrswende einsetzen, hat den Beschluss maßgeblich voran gebracht. 

Der Neubau einer Fuß- und Radwegbrücke über die Gleisanlagen wurde von der Lichtenberger BVV mehrheitlich befürwortet. Die 1982 gebaute, in die Jahre gekommene Behelfsbrücke über das Bahngelände stellt auf 4,3 Kilometern Länge die einzige gesicherte Rad- und Fuß-Verbindung zwischen dem Ostkreuz und der Treskowallee  dar. Sie wird von Fußgänger*innen und Radfahrer*innen stark genutzt und dient als Schulweg zu mehreren Grundschulen. Als wichtige Radverbindung bietet sie u. a. Anschluss vom Europa-Radweg R1 nach Norden unter Umgehung der Treskowallee sowie aus dem Karlshorster Ortszentrum Richtung Blockdammweg.

„Der Neubau der Blockdammbrücke als Fuß- und Radwegbrücke bietet für den Stadtteil die Chance, den gestiegenen Anforderungen an die Verkehrsinfrastruktur in geeigneter Weise zu begegnen, ein deutliches Zeichen für eine neue Mobilitätskultur im Bezirk zu setzen. Autoverkehr kann damit durch kürzere Wege vermieden, attraktive und multifunktional nutzbare öffentliche Räume gestaltet und dabei zugleich Kinder als die schwächsten Verkehrsteilnehmer*innen zum Maßstab gemacht werden“, sagt Dirk Maier von Carlesshorst.

Der Neubau ist dringend notwendig. Nach der Bevölkerungsprognose 2018–2030 der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen ist Karlshorst einer der Prognoseräume mit der stärksten Bevölkerungszunahme in ganz Berlin. 1.100 Wohnungen werden in der Parkstadt neu gebaut, und auch durch die Neubauvorhaben in der Wandlitzstraße ist mit zunehmenden Mobilitätsanforderungen zu rechnen. Es wird zukünftig also noch enger. Die Bürger*innen benötigen dabei eine zeitgemäße Lösung, denn bereits heute liegt bei vielen Anwohner*innen keine Akzeptanz für das Anwachsen des motorisierten Individualverkehrs vor.

Die neue Blockdammbrücke kann an der ursprünglichen Position (Widerlager vorhanden) als Fuß- und Radwegbrücke wiedererrichtet werden. Die Wandlitzstraße bietet sich dabei als ideale Fahrradstraße an. Ein problemloser Auf- und Abgang kann von dort aus über eine Schrägeerfolgen. 

Der neu geschaffene öffentliche Raum über die Gleisanlagen kann ebenso attraktiv wie vielfältig nutzbar sein. Eine breitere Brücke bietet auch Platz für anliegende Bänke. Carlesshorst verweist auf Vorbilder in Dänemark (Odense, Kopenhagen), Südtirol (Fußgänger- und Fahrradbrücke Steinmannwald) oder München (Arnulfsteg, Planung Klenzesteg) und hofft so, bei den Berliner Verantwortlichen Ideen, Anregungen und Lust auf das Vorhaben zu entwickeln. Die Initiative regt an, dass zeitnah geprüft werden soll, ob der Brückenneubau mit Bundesmitteln aus dem aktuell aufgelegten Sonderprogramm „Stadt und Land” des BMVI für Fahrradinfrastruktur gefördert werden kann.

Ansprechpartner:

Frank Neumann, info@carlesshorst.de, 0151 56 69 06 63
Dirk Maier, info@carlesshorst.de, 0157 33 99 76 65

Weiterführende Links:

Informationen zu Carlesshorst

Beschluss des BVV Lichtenberg vom 29.04.2021

Beispiel-Brücken:
Kopenhagen, Cykelslangen
Odense, Byens bro
Fußgänger- und Fahrradbrücke Steinmannwald
München, Arnulfsteg

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Über Changing Cities e.V.: Wir fördern zivilgesellschaftliches Engagement für lebenswertere Städte. Das bislang größte Projekt von Changing Cities e.V. ist der Volksentscheid Fahrrad in Berlin, mit dem es 2016 gelang, die Berliner Verkehrspolitik zu drehen und das bundesweit erste Mobilitätsgesetz anzustoßen. Changing Cities e.V. unterstützt landes- und bundesweit Bürger*inneninitiativen, die sich im Bereich nachhaltige Verkehrswende und lebenswerte Städte einsetzen, mit Kampagnenwissen oder stößt solche Initiativen an. Changing Cities ist als gemeinnützig anerkannt.