Petition für sichere Radwege

Berlin, den 19. Mai 2026 – Auch in diesem Jahr sucht Changing Cities sichere Radwege in Berlin – insbesondere beim Stadtradeln 2026. Die Suche ist nicht gerade leichter geworden: Der Ausbau an Radwegen wird mit jedem Jahr geringer und nach dem Radwegestopp 2023 und der Einstellung der Radschnellwege hat die Koalition aus CDU und SPD jetzt auch noch die Radwege an Hauptstraßen ins Visier genommen. Was einfach klingt – „Fahrt doch auf den Nebenstraßen” – ist weitreichender und betrifft viel mehr Kilometer als die beiden vorhergehenden Streichungen. Changing Cities startet deswegen als Kontrast zur scheinheiligen Imagekampagne des Senats eine Petition für sichere Radwege in Berlin.

In den drei Wochen während des Stadtradelns vermarktet der Senat Radfahren als klimafreundliche und spaßige Aktivität. Im Rest des Jahres spielen weder Verkehrssicherheit noch Klimaschutz eine Rolle. Für Berliner Radfahrende ist es aber todernst: Jährlich sterben Menschen in Berlin, nur weil sie mit dem Rad unterwegs sind. Erst 6,8 Prozent des Berliner Radnetzes sind fertiggestellt – es besteht also heute, acht Jahre nach der Verabschiedung des Mobilitätsgesetzes, immer noch fast nur aus Lücken. 

Rotes Werbeplakat mit gelber Schrift „Deine Unterschrift für sichere Radwege jetzt!“ und Megafon-Icon

„Es ist beschämend zu beobachten, mit welcher Energie CDU und SPD alles tun, um Radwege nicht bauen zu müssen. Unsere Hauptstadt bietet eigentlich ausreichend Platz für eine faire und sichere Gestaltung der Infrastruktur, es könnte – mit ein bisschen politischem Willen – relativ einfach sein. Warum setzen sich CDU und SPD so vehement gegen die Verkehrswende ein? Glaubt die SPD ernsthaft, dass sie wiedergewählt wird, weil sie Radwege auf Hauptverkehrsstraßen nicht mehr baut? Indem sie die Verkehrswende zurück schraubt und das Radfahren verhindert?”, kommentiert Milena Rauhaus von Changing Cities. 

Obwohl 19 Prozent der Wege in Berlin mit dem Rad zurückgelegt werden, sollen die Autofahrenden, die gerade mal 20 Prozent der Wege zurücklegen, Hauptverkehrsstraßen für sich alleine beanspruchen. Viele Alltagsziele liegen an den Hauptverkehrsstraßen – und es werden weiterhin Menschen mit dem Rad fahren. Es wird nur für alle bedeutend gefährlicher. Oder ist es ernsthaft das Ziel des Senats, weniger Radfahrer*innen zu schützen und stattdessen mit noch mehr Pkw die Straßen zu verstopfen, die Luft zu verpesten und mehr Lärm zu erzeugen?

Warum braucht Berlin Radwege?
Radwege gehören zu einer funktionierenden Stadt. Die Stadt würde kollabieren, wenn Radfahrende das Zweirad gegen ein Kfz tauschen würden. Auch der ÖPNV ist mehr als ausgelastet und profitiert von Menschen, die stattdessen Rad fahren. 

Sichere Radwege fördern Gleichberechtigung. Wer Rad fahren möchte, sollte nicht jung und stark sein müssen, um sich im Autoverkehr zu behaupten. Sichere Radwege laden alle Menschen, die möchten, zum Radfahren ein – und so ist auf der Straße endlich Platz für diejenigen, die wirklich auf ein Auto angewiesen sind.

Sichere Radwege retten Leben. Wenn Radfahrende physisch vom motorisierten Verkehr getrennt fahren, sinkt das Risiko für schwere Unfälle drastisch.

Sichere Radwege sparen Geld. Radwege zu bauen ist deutlich günstiger als Straßen für Autos zu bauen. Auch die Instandhaltung kostet weniger. Wichtiger sind aber die gesparten Gesundheitskosten: Radfahren hält fit und spart so immense gesundheitliche Folgekosten. 

Sichere Radwege schützen das Klima. Wenn die Fahrradinfrastruktur gut ist, steigen die Menschen auf das Rad um und das spart CO2. So einfach ist es.

Weiterführende Links:
Petition „Sichere Radwege jetzt!“: https://changing-cities.org/sichere-radwege-jetzt/