Radfahrer von Lkw-Fahrer getötet / Mahnwache

WANN: Montag, den 1. Dezember, 17:30 Uhr
WO: Oberlandstraße / Auffahrt A100 in 12099 Berlin-Tempelhof

Ein Lkw-Fahrer bog laut Polizei am 25. November aus der Oberlandstraße kommend rechts auf die Auffahrt zur A100 in Tempelhof ab. Dabei überrollte er mit seinem Fahrzeug einen Radfahrer, der im Begriff war, geradeaus zu fahren. Der 60-jährige Radfahrer starb an der Unfallstelle. An der achtspurigen Kreuzung fehlt jegliche Radinfrastruktur. Changing Cities e.V. spricht allen Angehörigen sein tiefes Mitgefühl aus und ruft zur Mahnwache auf. 

Der Hochbordradweg in der Oberlandstraße endet kurz vor der Auffahrt zur Autobahn und leitet Radfahrende auf die Straße in den Kfz-Verkehr. Ab diesem Punkt gibt es keinerlei Radinfrastruktur mehr. Das Büro von Changing Cities liegt in der Oberlandstraße, viele von uns fahren täglich hier entlang. 

„Dieser tödliche Unfall geschah wenige Meter von unserem Büro entfernt. Wir sehen jeden Tag, wie nah Gefahr und Alltag hier beieinander liegen. Es darf nicht sein, dass Menschen auf dem Weg zur Arbeit ihr Leben riskieren müssen.“
Boris Hekele, Vorstand Changing Cities e. V.

„Diese Straße ist mein alltäglicher Arbeitsweg vom Changing Cities Büro nach Hause. Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich an genau dieser Stelle auf dem Rad Todesangst hatte. Dieser ‘Unfall’ hätte genauso gut mich treffen können.“
Mara Hasenjürgen, Changing Cities Büroteam

„Die Straßenführung empfinde ich als heimtückisch. Innerhalb von wenigen Metern wird aus einer Stadtstraße eine gefährliche Autobahnvorhölle.“
Hans Hagedorn, Vorstand von Changing Cities e. V.

„So stelle ich mich auch immer hin, wobei mich heute auch ein Transporter geschnitten hat, der unbedingt noch vor mir reinmusste, um rechts abzubiegen. Und die Linksabbiegespur ist nicht als solche gekennzeichnet, so dass einige Radfahrer diese nutzen, um geradeaus zu fahren. Ich habe jedes Mal ein mulmiges Gefühl, wenn ich hier rüberfahren muss.“
Rad-Berufspendlerin, die hier täglich zur Arbeit fährt

„Jetzt ist das geschehen, wovor wir immer Angst hatten. Viele von uns aus dem Changing Cities Büroteam fahren auf ihrem Arbeitsweg dort lang und es ist eine verdammt gefährliche Stelle. Manche fahren deswegen einen langen Umweg übers Tempelhofer Feld. Andere steigen ab und schieben. Spätestens nach diesem Unfall muss hier endlich sichere Radinfrastruktur gebaut werden. Wir wollen nicht auf dem Arbeitsweg unser Leben riskieren.”
Milena Rauhaus, Changing Cities Büroteam

„Wieder wird ein Mensch Fahrrad fahrend getötet. Das macht mich unfassbar traurig. Er wird nie wieder nach Hause kommen. Wir wollen und werden das nicht akzeptieren.“
Marlene Sattler, Vorständin von Changing Cities

Die Germaniastraße und Oberlandstraße gehören eigentlich zum Berliner Radergänzungsnetz – allerdings komplett ohne Radinfrastruktur. Die gesamte Kreuzung ist für den Kfz-Verkehr optimiert und eine Hölle für den Fuß- und Radverkehr. 

Die Mahnwache ist als Demonstration bei der Versammlungsbehörde angezeigt. Der ADFC Berlin stellt ein weißes Geisterrad auf der Stelle auf, wo ein Mensch gestorben ist. Eine Fahrraddemo mit Abfahrt um 16:30 Uhr in der Möckernstr 47 bringt die Teilnehmenden zum Unfallort und im Anschluss zum Bundesverkehrsministerium. 

Weiterführende Links:
Meldung der Polizei