Wieder ein Radweg weniger in Berlin

Die Senatsverwaltung will den Radweg Richtung Treptow auf der Elsenbrücke dem Autoverkehr zur Verfügung stellen, damit dieser besser fließt. Dies wurde heute im Mobilitätsausschuss mitgeteilt. Der Senat hat sich geweigert, ein Verkehrskonzept für die Eröffnung des 16. Bauabschnitts der A100 zu erstellen – und  jetzt muss der Radverkehr dran glauben.

„Damit der Autoverkehr rollt, muss der Radverkehr wieder Fläche abgeben. Der zusätzliche Autoverkehr, der durch die Autobahn in die Innenstadt rollt, verdrängt physisch andere Verkehrsarten, wie wir das vorhergesagt haben: Der Busverkehr leidet darunter, der Fußverkehr ist vor allem an den Kreuzungen lebensgefährlich geworden, und jetzt muss auch der Radverkehr zurückstecken. Es wurden mit der Autobahn mehr Autos in die Stadt gelockt – und jetzt müssen alle anderen dran glauben. Wir erinnern: In Berlin wird nur ein Viertel der Wege mit dem Auto zurückgelegt – dieser Senat macht autozentrierte Minderheitenpolitik auf Kosten der Mehrheit”, kommentiert Ragnhild Sørensen von Changing Cities.

Auf der alten Elsenbrücke gab es dem Mobilitätsgesetz entsprechend zwei Radwege. Auf der Ersatzbrücke gab es zwei Radwege. Zukünftig wird es nur einen Zweirichtungsradweg geben und lange Wartezeiten für Radfahrende. Wegen ihrer unzureichenden Planung bei der Eröffnung der A100 stört es Frau Senatorin Bonde (CDU) offensichtlich nicht, das Gesetz zu missachten. Im Mobilitätsgesetz ist der Vorrang des Umweltverbundes (Fuß-, Rad- und öffentlichen Verkehrs) festgeschrieben, nicht der des Autoverkehrs. Aber Hauptsache, die Autofahrer*innen, ihr Wähler*innenklientel, werden ruhiggestellt!