Tempo 30 hätte ihr Leben sehr wahrscheinlich gerettet / Mahnwache

Zwei Menschen machen schwerwiegende Fehler: Laut Polizeimeldung steigt ein Mann alkoholisiert in sein Auto und fährt los, ein 14-jähriges Mädchen fährt mit ihrem E-Scooter bei Rot über eine Ampel. Das unerträgliche Ergebnis: Bei einer Kollision beider stirbt das Mädchen. Changing Cities fordert mit Nachdruck Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit in Städten und an dieser Stelle mit besonderem Nachdruck, wo bereits letztes Jahr ein Radfahrer von einem Lkw-Fahrer getötet wurde.

Menschen machen Fehler. auch im Verkehr: Ein Autofahrer überschätzte sich, als er sich trotz Alkoholkonsum hinter das Steuer setzte. Er ignorierte die Regeln und nahm billigend in Kauf, dass andere Menschen durch seine aktive Entscheidung verletzt oder gar getötet werden könnten. Das Mädchen, das auf dem eigenen Roller unerlaubterweise mit einer Freundin unterwegs war, war sich offenbar der Gefahr nicht bewusst, als sie über die rote Ampel fuhr. Aber beide Fehler stehen in keinem Verhältnis zu den Folgen: ein leerer Stuhl am Abendbrottisch, ein junges Leben, das sich nun nie entfalten darf. Aber auch ein Mann, der mit den Folgen seines unverzeihlichen Fehltrittes leben muss.

Müssen wir wirklich „in Kauf nehmen“, dass jemand stirbt, weil Menschen Fehler machen? Mit Tempo 30 am Buckower Damm, wo tendenziell immer zu schnell gefahren wird, wäre das Mädchen wahrscheinlich noch am Leben und der Mann mit dem Schrecken davon gekommen. Zahlreiche Studien belegen, dass durch die Einführung von Tempo 30 das Risiko tödlicher Verletzungen bei einem Unfall um 75 Prozent sinkt, weil der Aufprall bei bei einem Zusammenstoß bei Tempo 50 fast dreimal so stark ist wie bei Tempo 30.

„Wir sind zutiefst traurig über das Mädchen, das nicht mehr da ist. Wir wünschen Familie und Freund*innen viel Kraft in diesem unerträglich schweren Moment. Aber wir sind auch wütend, weil die einfachsten Maßnahmen nicht ergriffen werden, um Menschenleben im Verkehr zu schützen. Jede*r von uns ist für ihr oder sein Verhalten im Straßenverkehr verantwortlich. Es ist aber die Aufgabe der Politiker*innen, Regeln aufzustellen, die uns alle vor uns selbst schützen – weil wir Menschen sind und Fehler machen und weiterhin machen werden. Wir fordern von der Senatsverwaltung und Senatorin Bonde (CDU), dass sie diesen schrecklichen Moment zum Anlass nehmen und statt neongelbe Regenschirme zu verteilen, den Bürger*innen sichere Straßen mit Tempo 30 schenken, damit nie wieder ein 14-jähriges Mädchen im Berliner Straßenverkehr sterben muss”, kommentiert Ragnhild Sørensen von Changing Cities.

Der Verein demonstriert mit einer Mahnwache für Vision Zero am Donnerstag, den 30. April, um 17:30 Uhr am Unfallort Buckower Damm / Ecke Gutschmidtstraße in 12349 Berlin. Politiker*innen aus Senat, Abgeordnetenhaus und Bezirk wurden zur Teilnahme eingeladen. Ein Fahrradzubringer fährt ab 17 Uhr in der Oberlandstraße 26-35 zum Unfallort los.