Wo: Fahrraddemo ab Sauvignyplatz
Wann: Montag, den 19. Oktober um 17:30 Uhr
Radweg in der Kantstraße wird zurückgebaut. Eine „ausreichend dimensionierte, markierte und provisorisch gesicherte eigene Radverkehrsfläche“ soll bis Ende des Jahres eingerichtet werden, so das Versprechen der Senatsverkehrsverwaltung ggü. dem Verwaltungsgericht Berlin-Brandenburg. Nun aber wurden Markierungen zur Umsetzung der Busspur und von Lieferzonen zwischen Wilmersdorfer Straße und Krumme Straße trotzdem angebracht – z.T. gelb übermalt, also als Baustelle und somit temporär markiert. Das Versprechen ist damit Makulatur. Changing Cities ruft zur Demonstration gegen die Umbaumaßnahmen am Montag, den 19. Oktober um 17:30 Uhr auf.
Die Senatsverkehrsverwaltung drückt fast vier Wochen nach der Berlinwahl, in einer Zeit also, in der sie im Grunde nur die Geschicke der Stadt provisorisch verwalten soll, ihre Parkplatz-schützende, menschenfeindliche Umgestaltung der Kantstraße durch. Das in der ganzen Legislatur propagierte Miteinander erweist sich plötzlich als ein Gegeneinander!
Die Senatsverkehrsverwaltung will den Pop-up-Radweg, der seit 2020 zu einer mehr als 200-prozentigen Erhöhung des Radverkehrs geführt hat, in eine gemeinsame Busspur mit Radverkehr frei umwandeln, um die Parkplätze in der Kantstraße zu erhalten. Aber: Eine gemeinsame Bus- und Radspur ist nur sicher, wenn sie Überbreite hat, damit die Busse die Radfahrenden in dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabstand überholen können (1,5 Meter innerorts). Dies wird laut den Planungen in der Kantstraße an keiner Stelle der Fall sein. Gesetzliche Vorgaben sind offensichtlich für die Verkehrsverwaltung in der Kantstraße irrelevant. Mit den Markierungsarbeiten soll vielmehr eine Rückabwicklung für die kommende Regierung erschwert werden. Das ganze kostet nämlich rund zwei Millionen Euro und absurderweise wird der Rückbau aus dem Radverkehr-Etat finanziert. Die Rückabwicklung kostet dann erneut Zeit und Geld und verursacht baustellenbedingten Verkehrsstau.
