In der Filandastraße ist Fahrradfahren nach wie vor nicht erwünscht

Wieder wird in der Filandastraße in Steglitz-Zehlendorf saniert. Wieder ist ein Radweg nicht vorgesehen. Trotz abgeschlossener Planungen und vorliegender verkehrsrechtlicher Anordnungen weigert sich die Senatsverwaltung beharrlich, die Radverkehrsanlage umzusetzen. Changing Cities und das Netzwerk Fahrradfreundliches Steglitz-Zehlendorf rufen daher zur Demonstration am 15. April auf.

Wann:
Mittwoch, 15. April 2026, um 17:00 Uhr
Start: Hermann-Ehlers-Platz (Rathaus Steglitz)
Route: Schloßstraße – Joachim-Tiburtius-Brücke – Filandastraße – Klingsorstraße – Hindenburgdamm – Drakestraße – Unter den Eichen – Thielallee – Habelschwerdter Allee – Unter den Eichen – Hermann-Ehlers-Platz

Schon im vergangenen Jahr wurde in der Filandastraße gebaut. Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt rechtfertigte damals den Verzicht auf einen Radweg damit, dass ein bloßer Teilabschnitt keine Verbindungsfunktion erfülle. Mit der nun anstehenden Sanierung des zweiten Abschnitts ist dieses Argument hinfällig. Denn beide Abschnitte zusammen haben durchaus eine „Verbindungsfunktion”. Auch alle weiteren vorgebrachten Bedenken gegen den Radweg wurden bereits 2022 durch die damalige Senatsverwaltung in der eigenen verkehrsrechtlichen Anordnung widerlegt.

Dennoch wiederholt sich heute das Szenario: Die Straße wird aufgerissen, die Fahrbahn erneuert, doch die Gelegenheit, für eine sichere Fahrradinfrastruktur zu sorgen, wird mutwillig und gesetzeswidrig ausgelassen. Die angeordnete Planung sieht eine räumliche Trennung von Rad- und Kfz-Verkehr durch parkende Autos vor, um die Sicherheit auf dieser zentralen Schulweg-Route und wichtigen Querverbindung zwischen Berg- und Albrechtstraße zu erhöhen. Im Rahmen der Fahrbahnsanierung könnte sie kosteneffizient umgesetzt werden.

„Die anhaltende Verweigerung von Radwegen ist einer modernen Metropole unwürdig. Die Senatsverwaltung arbeitet aktiv gegen die Bezirke und ignoriert das geltende Mobilitätsgesetz. Dass nun auch der zweite Bauabschnitt ohne Radwege realisiert werden soll, ist nicht nur gesetzeswidrig, sondern eine bewusste Gefährdung der schwächsten Verkehrsteilnehmer*innen“, sagt Andrea Hauth vom Fahrradfreundlichen Netzwerk Steglitz-Zehlendorf.

Mit der Demonstration wird gegen diese Blockadepolitik protestiert und eine sofortige Umsetzung der Radspur-Planungen gefordert. Die Route führt sowohl über die Filandastraße als auch über die Thielallee – ein weiteres Beispiel für ein Projekt, das erst durch massiven öffentlichen Druck aus der „Schublade“ des Senats befreit werden konnte. Changing Cities, das Netzwerk Fahrradfreundliches Steglitz-Zehlendorf und die ADFC-Stadtteilgruppe Steglitz-Zehlendorf fordern den Berliner Senat auf, die Missachtung des Mobilitätsgesetzes sofort zu beenden und die bereits 2022 angeordneten Maßnahmen endlich umzusetzen.