Ferkehrsvuturisten unter sich

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) und Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) trafen sich gestern, um über „innovative Verkehrssysteme wie eine Teststrecke für Flugtaxis, Magnetschwebebahnen, Seilbahnen für neue Stadtquartiere und autonomes Fahren” zu sprechen. In Anbetracht monatelanger Sperrung der ICE-Strecke Hamburg-Berlin und einer katastrophalen Bilanz der Berliner Mobilitätspolitik fragt Changing Cities: „Habt Ihr ’n Rad ab!?

Seitdem die CDU und die SPD im Februar 2023 die Senatswahlen gewonnen haben, leidet die Hauptstadt unter Regierendem Realitätsverlust. „Priorisiert“ wurde fast alles, was nicht als Personenkraftwagen definiert wird – denn diese Spezie ist ja angeblich vom Aussterben bedroht: weg mit Tramlinien, Busspuren, Fahrradparkhäusern, Radschnellverbindungen, Radwegeplanungen, Tempo 30, Kiezblocks und nur das halbe Budget für den öffentlichen Nahverkehr. Wen interessiert es, dass nur 22 Prozent der Wege in Berlin mit dem Auto zurückgelegt werden? Uns ja, Frau Senatorin und Herrn Minister aber nicht.

„Nach vorne zu denken und Visionen zu entwickeln, ist absolut entscheidend. Ich wüsste aber gerne, welche Berliner Familien sich eher Flugtaxis, Seil- und Magnetbahnen wünschen als gut funktionierende U- und S-Bahnen, sichere Radwege, pünktliche Busse und mehr Trams? Die CDU hat den Bezug zur Lebensrealität der Menschen komplett verloren – ein Hitzschlag kann es ja in diesem Sommer nicht sein”, sagt Ragnhild Sørensen von Changing Cities.

Das nächste Treffen der beiden findet wahrscheinlich zur Einführung des Dauerstaus an der Elsenbrücke statt, wenn der 16. Bauabschnitt der A100 Ende August oder Anfang September eröffnet wird.  

Weiterführende Links:
Post der SenMVKU auf Bluesky von 6. August