Das ist die Berliner Luft: richtig ungesund

Die Luftqualität in Berlin ist an diesen Tagen schlecht. Die Feinstaubwerte liegen momentan weit über die verschärften EU-Schwellenwerte. Leider ist die Richtlinie so formuliert, dass die Schwellenwerte erst 2030 eingehalten werden müssen. Für die Berliner*innen heißt das: Atmen Sie bis dahin so wenig wie möglich…

Dabei gilt es zu bedenken, dass die EU-Grenzwerte wesentlich schlechtere Luftqualität zulassen als die Weltgesundheitsorganisation WHO (siehe Tabelle). Der Vergleich macht sichtbar, dass die Grenzwerte nur einen Toleranzbereich, einen Kompromiss darstellen – wirklich gesunde Luft ist Luft OHNE Verschmutzung. Davon ist Berlin heute weit, weit entfernt.

Statt gute gesunde Luft einzuatmen, bleibt den Berliner*innen bei den jetzigen Werten nichts anderes als den Verhaltenstipps des Umweltbundesamts zu folgen: „Üben Sie körperlich besonders anstrengende Aktivitäten wie Sport im Freien möglichst zu Zeiten oder an Orten mit besserer Luftqualität (z. B. weniger Verkehr) aus. Reduzieren Sie Ihre körperliche Aktivität bei Beschwerden wie Husten oder Kurzatmigkeit.

„Verhaltenstipps hin oder her: Wir Bürger*innen haben ein Recht auf gute und saubere Luft. Spitzenwerte bis zu 70 μg/m3 für PM2,5, wie Ende Januar und jetzt wieder in Berlin gemessen werden, gefährdet unsere Gesundheit. Da kommt es wie ein Hohn vor, dass die Senatsverkehrsverwaltung Tempo 30 an etlichen Hauptverkehrsstraßen in Berlin aufhebt mit der Begründung: Die Luft sei sauber! Alle Maßnahmen, die die Luft sauberer machen können, müssten ergriffen werden. Oder meint Frau Senatorin Bonde (CDU) allen Ernstes, dass wir bei unserer Gesundheit ein Auge zudrücken sollten?”, fragt Ragnhild Sørensen von Changing Cities.

Das Umweltbundesamt hat seine vorläufige Auswertung der Luftqualität 2025 veröffentlicht und kommt zu dem Ergebnis, dass die Feinstaubwerte von PM10 leicht über denen der Vorjahre lag, wohingegen die PM2,5-Werte nach der geltenden, alten EU-Luftqualitätsrichtlinie nicht überschritten wurden. Die WHO-Werte dagegen wurden an keinem der 360 bundesweiten Messstationen eingehalten.

Jahresmittelwerte μg/m3alte EU-Luftqualitäts-
richtlinie
neue EU-Luftqualitäts-richtlinie
(gültig ab 1.1.2030)
WHO-Grenzwert-empfehlung
(vom 2021)
Feinstaub PM2,525105
Feinstaub PM10402015
Stickstoffdioxid (NO2)402010

Weiterführende Links:
UBA: Luftqualität 2025, vorläufige Auswertung, Februar 2026