3 Euro für einen Liter Benzin – das war gestern in Berlin der Spitzenpreis. Statt nun kurzfristig Milliarden in Tankrabatt oder Direktauszahlungen zu verbrennen, fordert die Senior Mass von Changing Cities Investitionen in sicheren Radverkehr: „Radfahren ist günstig und gesund, Menschen können so bis ins hohe Alter mobil bleiben und wir machen uns damit unabhängiger von internationalen Wirtschaftskrisen.“
Das Stichwort heißt Resilienz. Berlin hat in den letzten Jahren die Chance verspielt, das Fuß- und Radnetz in der Hauptstadt massiv auszubauen. Stattdessen wurden sogar Rückbauten angeordnet (z. B. Kantstraße, Unter den Eichen). Senior*innen, die gerne mobil bleiben möchten und nur mit einer kleinen Rente auskommen müssen, können nun weder die Spritpreise zahlen, noch sicher das Rad benutzen. Die Verkehrsenatsverwaltung (CDU) hat die Bedürfnisse von einer Million Berliner*innen (60 Jahre und älter) einfach ignoriert.
Die Fahrradindustrie dagegen hat die besonderen Bedürfnisse der Zielgruppe erkannt und bietet passende Modelle wie Räder mit niedrigem Einstieg über E-Bikes bis hin zu Dreirädern und Tandems an. Auch die Berliner’innen haben es auf dem Schirm: 78 Prozent der Wege in Berlin werden nicht mit dem Auto zurückgelegt. All diese Bürger*innen, die jeden Tag zu einer resilienteren Stadt beitragen, werden absurderweise von diesem Senat kaum wahrgenommen, geschweige denn belohnt dafür.
„Jetzt belastet der Spritpreis Berliner*innen, die wenig Geld haben, umso mehr, weil es keine günstigen und sicheren Alternativen gibt. Die CDU-geführte Senatsverwaltung fesselt mit ihrer Politik die Menschen ans Auto, das sich nun zur Preisfalle entwickelt. Der nächste Senat steht vor einem verkehrlichen Scherbenhaufen und muss dringend Fuß-, Rad-, Bus- und Tramverkehr in den Fokus der Mobilitätsplanung stellen. Mit resilienten Verkehrsformen kann er den Menschen die Freiheit zurückgeben, ihre Mobilität frei zu wählen“, kommentiert Antje Merschel von Senior Mass.
In den letzten 20 Jahren sind die ÖPNV-Preise fast doppelt so schnell wie die Kraftstoffpreise gestiegen; erst das Deutschlandticket hat den öffentlichen Verkehr etwas günstiger gemacht.
Die nächste Senior Mass – eine Demo, die eigenständige und sichere Mobilität für Senior*innen fordert – findet am Samstag, den 26. September 2026, statt und beginnt um 11 Uhr an der S/U Yorckstraße (Ecke Katzlerstraße).
Weiterführende Links:
Die Route
Infos zu Senior Mass
„Statistiker: Preise für Auto, Bus und Bahn sind überdurchschnittlich gestiegen“ vom 15. April 2026
