Bäume in der Ollenhauer Straße vorerst gerettet

Das Bezirksamt Reinickendorf hat erklärt, dass es die Bäume in der Ollenhauer Straße bis Ende des Jahres nicht fällen wird. Nach einem Eilantrag der Bürgerinitiative Ollenhauer Straße auf Untersagung der Baumfällungen (unterstützt durch die Naturfreunde LV) sah sich das Bezirksamt offensichtlich zu diesem Schritt gezwungen. Die Initiative hat damit ein wichtiges Zwischenziel hinsichtlich des Erhalts der Bäume erreicht. Changing Cities und das Netzwerk Fahrradfreundliches Reinickendorf werden die Initiative weiter unterstützen. 

Auch in anderen Berliner Straßen kämpfen Bürger*innen für den Erhalt von Bäumen: in der Torstraße (Mitte), im Besselpark (Kreuzberg), am Tempelhofer Damm (Tempelhof), in der Kastanienallee (Niederschönhausen) und auf dem Gelände für einen Schulneubau (Marzahn-Hellersdorf). 2024 war das bisher wärmste Jahr. In Berlin erreichte die Sommerhitze 2026 ein Allzeithoch von 39,2 °C, was für Menschen, Tiere und Pflanzen extrem belastend ist. Trotzdem halten mehrere Bezirke und die mittlerweile abgewählte Senatsverwaltung daran fest, Bäume wegen Baumaßnahmen oder Straßenumbauten zu fällen. Unter Polizeischutz wurden letzten Freitag z. B. die restlichen Rosskastanien am Heizkraftwerk Charlottenburg gefällt. 

In der Ollenhauer Straße hat die Bürgerinitiative am 18. September den Eilantrag auf Untersagung der Baumfällungen beim Verwaltungsgericht Berlin eingereicht. Das Bezirksamt hätte bis zum 23. September Zeit gehabt, dazu Stellung zu nehmen. Stattdessen bat es um Fristverlängerung (bis zum 16. Oktober) und als Gegenleistung die Bäumfällungen in diesem Jahr ausgesetzt. 

„Die CDU verkennt die Welt. Sich für Klimaschutz und eine lebenswerte Stadt einzusetzen, ist nicht radikal oder extremistisch. Laut einer repräsentativen Studie der Bertelsmann Stiftung vom August 2026 wünschen sich 80 Prozent der Bürger*innen mehr Klimaschutz! Nur für den Erhalt von Parkplätzen zu kämpfen, greift zu kurz. Die Stadt  ist schließlich keine Abstellfläche für Autos, sondern Lebensmittelpunkt für Menschen! Die kommissarisch im Amt befindliche Verwaltung muss die stadtweiten Fällungen sofort einstellen – und der kommenden Regierung das Feld überlassen“, kommentiert Ragnhild Sørensen von Changing Cities.

Weiterführende Links:
Studie der Bertelsmann Stiftung und des Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit | am GFZ vom August 2026