Der neue Bürgermeister von New York, Zohran Mamdani, hat die Verkehrswende zur Chefsache gemacht. Als eine seiner ersten Amtshandlungen hat er geschützte Radwege und Maßnahmen für mehr Sicherheit für Fußgänger*innen an einem Brooklyn Boulevard angeordnet. Für die von der CDU geführte Verkehrsverwaltung dagegen passt Verkehrssicherheit nicht zur Weltstadt Berlin.
Verkehrssenatorin Bonde (CDU) agiert eher wie Mamdanis Vorgänger, Eric Adams. Dieser hatte das Vorhaben am Brooklyn Boulevard gestoppt, obwohl dort in den letzten zehn Jahren drei Menschen im Verkehr getötet worden waren. Für Bonde gehören sichere Radwege, Tempo 30, Kiezblocks, sichere Schulwege und der Ausbau von Tram- und Buslinien nicht zu einer modernen Großstadt. Stattdessen besteht sie auf nahezu kostenlosem Parken, Ausbau von Schnellstraßen wie der Tangentialverbindung Ost (TVO) und des Schlangenbader Tunnels und dem weiteren Ausbau der A100 mitten durch die Innenstadt. Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit empfiehlt sie reflektierende Regenschirme.
„Mit Kopfschütteln reagieren die Menschen, wenn man von der aus der Zeit gefallenen Berliner Verkehrspolitik von Frau Bonde bzw. von Herrn Stettner und Herrn Kraft von der CDU-Fraktion berichtet. Niemand versteht, was in der Hauptstadt los ist: Wo sind die Visionen für eine nachhaltige Zukunftstadt geblieben? Wie hat es Berlin geschafft, innerhalb von ein paar Jahren seine Vorreiterrolle zu verspielen? Die Forschung, die Wirtschaft und selbst der ADAC verstehen die Berliner Welt nicht mehr. Und die Berliner*innen, die 75 Prozent ihrer Wege zu Fuß, mit dem Rad oder dem ÖPNV zurücklegen? Sie werden ihr Votum am 20. September abgeben”, kommentiert Ragnhild Sørensen vom Changing Cities.
Eine Vergleichsstudie von 14 europäischen Städten kommt zu dem Ergebnis, dass eine flächendeckende Einführung einer Geschwindigkeitsbegrenzung (Tempo 30) die Sicherheit massiv erhöht, die Kfz-Fahrtzeit aber kaum verlängert. Die nahezu kostenfreie und nachweisliche Verbesserung der urbanen Gesundheit und Lebensqualität ist leider nicht Teil der Vorhaben der Senatsverwaltung.
Weiterführende Links:
Bericht der N.Y.Times vom 3. Januar 2026
Bericht des Tagesspiegels vom 3. Januar 2026