Trump und Bonde sind sich einig: Radwege sind Mist

Wie Senatorin Bonde (CDU) tut auch Trump alles dafür, Radwege abzubauen. Die New York Times berichtet, dass mehrere Programme zum Radwegebau von der Trump-Administration gestoppt werden. Erste Radwege werden auch in den USA zurückgebaut, um die Städte „zu revitalisieren“. Die Trump-Administration und die Bonde-Verwaltung nutzen fast identische Behauptungen: Radwege erzeugen längere Fahrwege und mehr Staus (für Autos). 

In Washington, Nashville und Fairfield (Alabama) wurden bundesweite Programme zum Radwegebau ohne Begründung gestoppt. Verkehrsminister Sean Duffy rüstet rhetorisch auf und versucht Radwege als links oder woke abzustempeln: Linke wollen, „… dass bitte schön jeder mit dem Rad zu seiner winzigen Schuhkarton-Wohnung fahren und dort Insekten fressen soll, nur um eine verlogene Klimaschutz-Agenda durchzudrücken.“ Dabei zeigte eine YouGov-Umfrage aus 2025, dass 76 Prozent der Amerikaner*innen den Radwegebau im Umfeld ihres Wohnorts unterstützen – selbst unter Republikaner*innen sind es 66 Prozent!

„Der Berliner Radverkehr hat sich von 2013 bis 2026 mehr als verdoppelt. Die Zahl der Wege mit dem Auto ist im selben Zeitraum von 30 Prozent auf unter 20 Prozent gesunken. Statt dieses Verhalten der Bevölkerung als Auftrag zu sehen, mehr Menschen eine gesunde und aktive Mobilität zu ermöglichen, ideologisieren CDU und Frau Bonde – wie Trump in den USA – den Verkehr. Damit versuchen sie, das Thema Verkehr emotional aufzuladen, statt sich mit den Fakten auseinanderzusetzen – denn diese sind mit der eigenen Politik nicht vereinbar. Trump wütet gegen „queere Radwege“, Bonde und die CDU agieren mit rechten Kampfbegriffen wie „Poller-Irrsinn“ und „Autoverbot“, kommentiert Ragnhild Sørensen von Changing Cities. „Und beide haben unfassbar schlechte Umfragewerte!“ 

Wenn Identitätspolitik und Kulturkampf die Maßstäbe der Verkehrspolitik sind, verlieren alle Menschen – und der Klimaschutz. Denn dann wird Verkehrsinfrastruktur nicht mehr nach ihrem Nutzen für die Verkehrsteilnehmer*innen bewertet, sondern nach ihrer populistischen Schlagkraft. Völlig realitätsfern werden Fortbewegungsarten politischen Lagern zugeordnet. Diese Polarisierung nützt niemandem. 

Weiterführende Links:
N.Y.Times-Artikel vom 31. August, „Do D.E.I. Bike Paths Exist? The Trump Administration Says Yes.“