Standards für Superblocks

Unsere Fachgruppe Standards für die Mobilitätswende (FGSM) hat Empfehlungen für Superblocks (ESu) verfasst, um Verwaltungen Richtlinien für die Implementierung von Superblocks an die Hand zu geben.

Titelgrafik mit spielenden Kindern auf einer verkehrsberuhigten Straße und dem Text Empfehlungen für Superblocks ESU 26

Was sind Superblocks?

„Superilles“ in Barcelona, „Low Traffic Neighbourhoods“ in London, „Supergrätzl“ in Wien oder die Pariser „Ville du quart d’heure“: Superblocks sind disruptive städtebauliche Innovationen für Lebensqualität, Mobilität, Klimaschutz und Klimaresilienz. Seit 2018 überträgt eine interdisziplinäre Fachgruppe (FGSM) bei Changing Cities die planerischen Konzepte und praktischen Erfahrungen aus der Umsetzung erster Projekte auf zahlreiche Städte – ausgehend von Berlin in ganz Deutschland, in Österreich und der Schweiz.

Mittlerweile haben viele Stadt- und Bezirksverwaltungen auf zivilgesellschaftliche Forderungen nach lebenswerten Städten reagiert und selbst Initiative übernommen: 63 Superblocks sind politisch beschlossen, weitere 25 sind bereits umgesetzt oder aktuell in Umsetzung (Stand Juli 2026). In diesem Prozess zeigen sich jedoch auch starke Beharrungskräfte der autozentrierten Verkehrsplanung. Damit die Idee des Superblocks nicht zu einer leeren Worthülse wird, sah sich die FGSM aufgerufen, Richtlinien für die Anlage von Superblocks zu definieren.

Was sind die Empfehlungen für superblocks?

Die ESu wurde von der FGSM in einem mehrstufigen Prozess entwickelt. Das FGSM-Team bringt erfahrende Personen aus Fachplanung, Forschung und Superblock-Initiativen zusammen, wobei eine möglichst hohe Vielfalt an fachlichen und biographischen Perspektiven im Team angestrebt wird.

Die ESu sind eine Weiterentwicklung der„Richtlinien für die Anlage von Kiezblocks” (RAKi) aus dem Jahr 2023. Auf der ersten Superblocks-Konferenz im November 2023 in Darmstadt wurden die ESu erstmals der Öffentlichkeit präsentiert („Empfehlungen für Superblocks 2023″). Hiermit erhielten Kommunen Richtlinien für niedrigschwellige Maßnahmen zur nachhaltigen Stadtentwicklung. Seitdem stehen die ESu als bundesweite Standards für die Einrichtung von Wohnvierteln ohne Durchgangsverkehr zur Verfügung und werden stetig verbessert.

In einer öffentlichen Kommentierungsphase (12. Januar bis 22. Februar 2026) sind 233 Kommentare aus der Fachwelt und Zivilgesellschaft eingegangen. Jeder Vorschlag wurde einzeln gesichtet und von der FGSM auf Übernahme geprüft. Die Abwägungstabelle dokumentiert jeden Kommentar und die Art der Einarbeitung bzw. eine Begründung warum er nicht übernommen wurde. Im Juni 2026 wurde die aktuellste Fassung der ESu in Berlin veröffentlicht.

Unsere Arbeit und das Kozept der Superblocks knüpfen an 40 Jahre Vorarbeit an. Mit freundlicher Genehmigung des BBSR dürfen wir die Broschüre Stadtverkehr im Wandel aus dem Jahr 1986 wieder verfügbar machen. Sie ist ein Meilenstein im Bereich der progressiven Verkehrsplanung und enthält viele Aspekte, die auch heute noch gelten. Herausgegeben wurde sie vom damaligen Bundesbauminister Oskar Schneider (CDU).

Grüne Broschüre mit Fotocollagen zu Stadtverkehr, Fahrrädern und Straßen, Titel „STADTVERKEHR IM WANDEL“
Broschüre „Stadtverkehr im Wandel“ aus dem Jahr 1986

Du hast einen Hinweis oder Feedback zur ESu? Oder Du willst bei der nächsten Ausgabe mitarbeiten? Dann schreib uns an fgsm@changing-cities.org.