#FSP

Wer hat sie nicht, die Sehnsucht nach freien Straßen? Changing Cities und das ium-Institut für urbane Mobilität greifen mit der neuen Freie-Straßen-Prämie (FSP) auf ein bewährtes Instrument zurück: die Konsumprämie, interpretieren es aber neu. Die FSP ist eine Belohnung für alle, die aktiv und dauerhaft zu freien Straßen beitragen und setzt damit auf Anreize zu einem Verkehrswende-verträglichen Verhalten.

Verkehrswende heißt nicht, einfach nur vom Auto auf das E-Auto umzusteigen. Die Förderung der lebenswerten und am Menschen orientierten Stadt erreichen wir nur über eine drastische Verringerung des motorisierten Individualverkehrs (MIV), das heißt: weniger Autos, parkend als auch fahrend. Die Entwicklung ist jedoch genau gegenläufig: Immer mehr Autos verstopfen die Städte. Wir müssen also handeln und effektivere Instrumente entwickeln.

Das Prämienprinzip: Lenkung über Anreize

Die Freie-Straßen-Prämie ist eine Pull-Maßnahme. Sie ist ein monetärer Anreiz, um jene zu belohnen, die freiwillig das eigene Auto abschaffen oder sich weiterhin keines anschaffen.

Wer volljährig ist und in einem Kalenderjahr kein eigenes Auto angemeldet bzw. zur privaten Nutzung überlassen bekommen hatte, erhält eine jährliche Prämie. Die geeignete Höhe der Prämie muss zu Beginn der Einführung festgelegt werden, sie kann je nach Einsatzgebiet auch variieren und im Laufe der Geltungsdauer nach oben oder unten korrigiert werden. Als Orientierung kann z.B. der Preis für ein Jahresabo des öffentlichen Verkehrs herangezogen werden. In Berlin wären das 1.100 Euro, der Preis für eine VBB-Umweltkarte im Geltungsbereich ABC.

Die Freie-Straßen-Prämie soll ein Anreiz für stadtverträgliche Mobilität sein und als Zuschuss für Anschaffungen bzw. Kosten dienen, die das Ziel der von Autos befreiten Straßen befördern. Instrumente wie die Einführung von Parkraumbewirtschaftung oder die Erhöhung von Parkgebühren sind in der Bevölkerung umstritten und erzeugen Widerstand. Die Frage ist daher: Wie erreichen wir, dass die Menschen sich freiwillig und dauerhaft gegen ein eigenes Auto und für nachhaltige Mobilitätsformen entscheiden? Wir schlagen die „Freie-Straßen-Prämie“ als innovatives Instrument vor, um die Anzahl der Fahrzeuge im öffentlichen Raum signifikant und effektiv zu reduzieren. 

Die Kampagne: Debatte zu Gestaltung und Wirkung des Instruments

Wie soll die FSP finanziert werden, wie hoch soll sie sein und wofür eingesetzt werden können? Wo, in welchen Städten und Gebieten ist sie sinnvoll? Viele Fragen sind noch offen und diverse Realisierungen sind denkbar. Dafür laden wir Euch zur Diskussion und zum Weiterdenken mit einem innovativen Beteiligungsformat ein.

Wir zielen darauf, eine vertiefte, qualifizierte und breite Auseinandersetzung zur FSP und zu Verkehrswende-förderlichen Instrumenten zu führen und so Impulse für stadtverträgliche Mobilität zu liefern.

Den Launch der Kampagne werden wir zeitnah hier und in unserem Newsletter verkünden. 

Konzeptpapier (PDF)