Kerstin Stark

Vorstandsmitglied seit 2020
Mitinitiatorin der Initiative Volksentscheid Fahrrad und Mitgründerin von Changing Cities e.V.

Wo lebst du momentan?
Ich lebe mittlerweile in Kreuzberg.

Was macht eine lebenswerte Stadt für Dich aus?
Wenn ich in der Stadt frei und entspannt mit anderen auf dem Fahrrad und zu Fuß unterwegs sein kann, am besten auch nebeneinander, und mich kein Autoverkehrslärm oder hupende und aggressive Autofahrende dabei stören und behindern. Die Attraktivität einer Stadt wird zudem enorm erhöht, wenn es immer wieder Inseln der Ruhe und Begegnung gibt, wo keine Autos fahren oder parken dürfen und Placemaking betrieben wird – Sommer- und Spielstraßen zum Beispiel.

Und im Gegensatz dazu, was macht eine Stadt weniger attraktiv?
Endlose, schnurgerade Straßen, Verkehrslärm und Betonwüsten. Ich denke zum Beispiel an meinen Arbeitsweg über Kiefholzstraße, Südostallee und Groß-Berliner-Damm: starke Auto- und LKW-Verkehrsbelastung, keine durchgängigen Radwege und besonders der letzte Teil wie im Windkanal.

Stell Dir vor, Du wirst Bürgermeister*in für einen Tag; was würdest Du anpacken?
Ich fürchte, ein Tag hilft da nichts. Wir müssen versuchen, echte Bürgermeisterinnen und Verkehrs- und Stadtpolitiker*innen zu werden. 

Wie unterstützt Du Changing Cities auf dem Weg zu lebenswerten Städten?
Ich habe die Initiative Volksentscheid Fahrrad und den Verein mitgegründet, das “Radgesetz” mitgeschrieben und das darauf basierende Mobilitätsgesetz mitverhandelt. Die Umsetzung läuft leider schleppend und muss überwacht werden. Das ist ein Schwerpunkt meines Engagements. Außerdem bin ich aktuell im Vorstand, wo wir überwiegend hinter den Kulissen die Organisation Changing Cities voranbringen und für die Zukunft fit machen, damit sich weiterhin viele verschiedene Menschen unter dem Dach von Changing Cities für lebenswerte Städte engagieren können und wollen.  

Mit was verbringst Du (neben Deinem Engagement für Changing Cities) gerne Zeit?
Ich arbeite in der Wissenschaft im Bereich Mobilität. Die Arbeit macht mir Spaß und ist inspirierend und es gibt einige Synergien mit meinem Engagement bei Changing Cities. Ich treffe mich gerne auf ein Bier, gehe klettern und wandern und bin insgesamt gerne unterwegs. 

Und zum Schluss: Verrätst Du uns noch Dein Lebensmotto?
Ein Leitprinzip für mich ist: Weniger Zeit in Bedenken investieren und dafür schneller handeln. Es ist sehr viel mehr im Hier und Heute möglich, als es Politik und Verwaltung gerne behaupten. Die häufige Rede von “dicken Brettern”, die erst gebohrt werden müssen, ist in meinen Augen eine Ausrede für fehlende Ambition und Unentschlossenheit.