Boris Hekele

Gründungsmitglied
Ordentliches Mitglied des Vereins

Boris Hekele

Wo lebst Du momentan? 
Ich lebe in Neukölln direkt an der Hasenheide und in der Nähe des einzigartigen Tempelhofer Flugfelds. 

Was macht eine lebenswerte Stadt für Dich aus? 
Für mich ist eine lebenswerte Stadt vor allem gesund für ihre Einwohner*innen. Öffentlicher Raum sollte dabei als Sozialraum zum Leben und nicht mehr als reiner Transitraum verstanden werden. Raum, den wir gemeinsam gestalten sollten, denn er gehört uns. Radverkehr ist für mich einer der Hebel, dies zu erreichen.

Und im Gegensatz dazu, was macht eine Stadt weniger attraktiv? 
Definitiv Lärm und Abgase. Ich akzeptiere das Bild der autogerechten Stadt nicht. Autos in diesen Massen in unseren unmittelbaren Lebensraum zu lassen, halte ich für einen historischen Fehler. So wie wir heute keine Fabriken in unserer Nachbarschaft dulden würden, werden Menschen in 50 Jahren zurückblicken und uns fragen: „Wie konntet Ihr diese krankmachenden Maschinen in Eure Städte lassen?“

Stell Dir vor, Du wirst Bürgermeister*in für einen Tag; was würdest Du anpacken? 

Ich würde meinen Dienstwagen abschaffen und mir ein Dienstrad zulegen. Ich würde alle Senator*innen und Staatssekretär*innen zu einer Radtour durch die Stadt einladen und wäre gespannt, wer kommt. Nach einem hoffentlich fürstlichen Mittagessen würde ich mich um die Beschleunigung von Verwaltungsvorgängen kümmern, damit hätte ich sicherlich bis abends zu tun.

Wie unterstützt Du Changing Cities auf dem Weg zu lebenswerten Städten? 

Ich bin seit knapp zwanzig Jahren aktiver Unternehmer und versuche mein Wissen in unterschiedlicher Form beim Verein einzubringen, damit unsere Ziele erreicht werden. Mir liegt vor allem die nachhaltige Finanzierung und eine Good Governance am Herzen. Auf der politischen Ebene interessiert mich die Gesetzgebung, zu der ich vor allem zu Digitalthemen Input gebe.

Mit was verbringst Du (neben Deinem Engagement für Changing Cities) gerne Zeit?
Ich habe das Startup FixMyCity mit gegründet: Wir arbeiten bundesweit zusammen mit progressiven Verwaltungen an der Verkehrswende. Ich bin außerdem leidenschaftlicher Kitesurfer.

Und zum Schluss: Verrätst Du uns noch Dein Lebensmotto? 
Gute Kultur ist das A und O. Damit meine ich nicht nur die Kultur im gesellschaftlichen Sinne, sondern auch die Kultur in Unternehmen und in Vereinen. Es ist wichtig, wie wir miteinander umgehen und darüber reflektieren, denn Kultur schafft Identität.