Yvonne Hagenbach

Kernteam – Grafik und Text

Wo lebst Du momentan?

In Nord-Neukölln. Habe hier schon gewohnt als das noch ein unangenehmes Pflaster war.

Was macht eine lebenswerte Stadt für Dich aus?

Stadt ist im Grunde eine ständige Überforderung. Dem muss man Raum für alle entgegensetzen. Das meint Flächengerechtigkeit, aber auch soziale Räume. Und in erster Linie sind es die Menschen. Wenn ich in meinen Späti gehe und weiß, dass sich jemand freut, mich zu sehen, dann ist das eine Oase.

Und im Gegensatz dazu, was macht eine Stadt weniger attraktiv?

Leben in der Stadt ist immer ein Kompromiss. Es muss Platz für Diversitäten geben, ob man sie mag oder nicht. Einer Sache Vorrang zu geben, ist schlicht unfair. In Berlin ist das z. B. der motorisierte Individualverkehr mitsamt Lärm und Luftverschmutzung, was als unsichtbare Bedrohung für die Gesundheit von Millionen Bürger*innen kaum wahrgenommen wird. Mindestens genauso schlimm ist der Ausverkauf der guten Wohnlagen, was zur Folge hat, dass viele Kieze mehr und mehr monochrom werden. Gerade in Nord-Neukölln fehlt mir die vielfältige Nachbarschaft, die wir noch vor einigen Jahren hatten.

Stell Dir vor, Du wirst Bürgermeister*in für einen Tag; was würdest Du anpacken?

Ich würde eine Agenda analog zu der von Anne Hidalgo in Paris an den Start bringen, die in effektiven aber für die Menschen planbaren Schritten eine autofreie Innenstadt in die Weichen bringt. Und ich würde dafür sorgen, dass Wohnraum nicht spekulativ genutzt werden darf.

Wie unterstützt Du Changing Cities auf dem Weg zu lebenswerten Städten?
Ich begleite alle kommunikativen Maßnahmen vor allem mit grafischer und konzeptioneller Kompetenz. Viele Informationen sind so vielschichtig, dass sie erklärbar sind und einfacher gefasst werden müssen. Ich wünsche mir, dass jeder unsere Inhalte versteht, schnell erfassen und nutzen kann.

Mit was verbringst Du (neben Deinem Engagement für Changing Cities) gerne Zeit?

Ich fahr wirklich gern Rad, ich bin gern draußen und treffe gern Menschen, deren Meinung ich schätze und die meinem Denken einen Kontrapunkt entgegensetzen.

Und zum Schluss: Verrätst Du uns noch Dein Lebensmotto?
„Wenn zu perfekt, liebe Gott böse.“ (Nam June Paik)

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