Manuel Jaeger

Büroteam
Fundraising

Wo lebst Du momentan?
In Ostberlin.

Was macht eine lebenswerte Stadt für Dich aus?
Eine Stadt ist dann lebenswert, wenn sie auf die Bedürfnisse der Menschen, die in ihr leben, ausgerichtet ist. Mit bezahlbaren Mieten, kurzen Wegen, Parks und Wäldern, und mit sozialen Angeboten, die allen Menschen offen stehen.

Außerdem ist es eine Stadt, die soziale Probleme nicht sicherheitspolitisch bearbeitet, sondern Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten schafft. Wo es keine Sonderzonen gibt, in denen nicht-weiße Menschen verstärkten Polizei-Kontrollen ausgesetzt sind.

Und im Gegensatz dazu, was macht eine Stadt weniger attraktiv?
Lärm, Menschenmassen, die sich nicht aus dem Weg gehen können, schlechte Luft. Soziale Spaltung, die sich darin äußert, dass Menschen aus bestimmten gesellschaftlichen Schichten oder mit einer bestimmten Herkunft in abgesonderten Vierteln leben. Ich denke da zum Beispiel an die französischen Banlieus.

Stell Dir vor, Du wirst Bürgermeister*in für einen Tag: Was würdest Du anpacken?
Ich würde gut essen gehen und eine Tour durch das Rote Rathaus machen. An einem Tag wird nicht viel verändert – schon gar nicht ohne den Druck der Zivilgesellschaft.

Wie unterstützt Du Changing Cities auf dem Weg zu lebenswerten Städten?
Als Fundraiser bin ich dafür zuständig, die Werte und Ziele von Changing Cities klar und überzeugend zu kommunizieren. Aktivismus kostet Geld und wenn die Menschen davon überzeugt sind, dass wir gute Arbeit machen, dann unterstützen sie uns gern. Zu meiner Arbeit gehört auch, Transparenz bei der Verwendung der Spendengelder zu schaffen. Wir bitten nicht nur um Spenden, sondern zeigen auch, dass wir sie gemeinwohldienlich verwenden.

Mit was verbringst Du (neben Deinem Engagement für Changing Cities) gerne Zeit?
Ich engagiere mich ehrenamtlich an der Schnittmenge von Antirassismus, Sport und Naturbildung. Außerdem zocke ich gerne und lese gerne Sci-Fi-Bücher.

Und zum Schluss: Verrätst Du uns noch Dein Lebensmotto?
Ein Lebensmotto habe ich nicht. Ich versuche, mehr auf den Prozess als auf die Momentaufnahme zu achten und Perfektionismus zu vermeiden.