Boris Hekele

„Je stärker ich hingeschaut habe, desto mehr habe ich mich gefragt, wie wir Autos diesen Raum in unseren Städten und Köpfen überlassen konnten.“

Boris Hekele

Was war für dich der Moment, an dem du dich dazu entschlossen hast, dich für lebenswerte Städte einzusetzen?
Sicherlich waren es viele Momente, die bei mir zusammen das Bild eines unfair verteilten Stadtraums ergaben. Je stärker ich hingeschaut habe, desto mehr habe ich mich gefragt, wie wir Autos diesen Raum in unseren Städten und Köpfen überlassen konnten. Wir lassen uns in Parks als Oasen im Autoverkehr verdrängen und zäunen unsere Kinder auf Spielplätzen ein. Vor sechs Jahren habe ich begonnen, mich mit dem Volksentscheid Fahrrad aktiv in die Verkehrspolitik einzubringen.

Gibt es eine bestimmte Überzeugung oder ein bestimmtes Ziel, das dich antreibt?
Dass es in Städten so nicht weitergeht, denkt inzwischen eine Mehrheit, trotzdem passiert zu wenig! Geleitet werde ich als Aktivist von einer Zukunftsvorstellung, in der städtischer Raum generell demokratischer, menschlicher und damit sozialer gestaltet wird. Städtischen Raum als demokratischen Raum zu begreifen, ist mein Ziel. Raum, der nicht immer eine Funktion haben muss, sondern auch freier, wandelbarer Raum bleiben darf.

Gibt es Momente aus den sechs Jahren Changing Cities, die besonders schön, bewegend und/oder einprägsam waren, so dass du dich immer noch sehr an sie erinnerst?
Für mich sind es die vielen Menschen, die diese Bewegung in den ganzen Jahren entwickelt und geprägt haben. Jeder und jede auf seine oder ihre ganz eigene Weise. Aus den vielen zum Teil absurden und skurrilen Vorgeschichten entstanden Ideen des Wandels, die wieder den nächsten Spin gegeben haben. Diese Dynamik und Kreativität war von Anfang an da und ist bis heute gelebte Kultur bei Changing Cities.

Was wünscht du dir für die nächsten sechs Jahre Changing Cities? Wo möchtest du die Bewegung für lebenswerte Städte in sechs Jahren sehen?
Die nächsten sechs Jahre sind eine Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs, sonst packen wir das 1,5-Grad-Ziel nicht! Changing Cities wird diesen Umbruch in der Verkehrswende vorantreiben und dafür fässerweise Salz in Wunden streuen müssen. Der Verein wird dafür schon jetzt auf Bundesebene immer sichtbarer und das ist auch gut so. #reclaimthestreets


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