Kerstin Stark

Radgesetz und Verhandlung des Mobilitätsgesetz für den Radentscheid, Kommunikationsteam

Kerstin Stark

Wo lebst du momentan?
Ich fühle mich immer noch im Wedding zu Hause, wohne aber mittlerweile in Oberschöneweide.

Was macht eine lebenswerte Stadt für Dich aus?
Lebenswert im Sinne von angenehm und menschengerecht ist ein Ort für mich, an dem es unter anderem keine Gefährte gibt, mit denen ich als Radfahrende oder Fußgängerin nicht auf Augenhöhe ein Gerangel um Fläche, Vorfahrt und Abstand wagen kann.  

Und im Gegensatz dazu, was macht eine Stadt weniger attraktiv?
An erster Stelle: Gefährliche Gefährte wie Autos und LKW in Kombination mit charakterlich problematischen oder überforderten Fahrzeugführenden. Stichwort #Automacho.
An zweiter Stelle: Auch charakterlich Einwandfreie in Autos oder LKW sorgen für Lärm, schlechte Luft und ein aggressives und gefährliches Grundrauschen.
An dritter Stelle: Parkraum. Dazu öffentlicher. Dass es für Entscheidungstragende aller Parteien so schwierig ist, den öffentlichen Parkraum abzuschaffen und der demokratischen Nutzung zurückzugeben, macht mich immer wieder fassungslos.

Stell Dir vor, Du wirst Bürgermeister*in für einen Tag; was würdest Du anpacken?
Ich fürchte, ein Tag hilft da nichts. Wir aus der Bewegung heraus sollten versuchen, echte Bürgermeisterinnen und Verkehrs- und Stadtpolitiker*innen zu werden. Mein Traum, wenn mal mehr Zeit ist: Eine Partei gründen, die all die Erkenntnisse zu Versäumnissen in Verwaltung und Politik, die der Radentscheid / Changing Cities mittlerweile gesammelt hat, nutzt und es besser macht.

Wie unterstützt Du Changing Cities auf dem Weg zu lebenswerten Städten?
Ich habe die Initiative Volksentscheid Fahrrad und den Verein mitgegründet und praktisch 3 Mal das Radgesetz mitgeschrieben. Beim letzten Mal ist ja dann das Mobilitätsgesetz herausgekommen. Das muss nun in Berlin umgesetzt werden sowie auch in den Bund und in die Welt getragen werden. Meine Aufgabe sehe ich insbesondere im zweiten Punkt. Zudem möchte ich dazu beitragen, mit guten Kampagnen auf brennende Themen aufmerksam zu machen (StVO!) und den Entscheidungsträger*innen und oftmals sehr eigenwilligen Verwaltungsmitarbeitenden Druck zu machen und ungefragte Beratung zu geben.

Mit was verbringst Du (neben Deinem Engagement für Changing Cities) gerne Zeit?
Ich arbeite in der Wissenschaft im Bereich Mobilität und Verkehr. Das nimmt einen Großteil meiner Zeit in Anspruch. Ich ziehe da keine strikte Grenze zwischen Beruflichem und Aktivismus, sondern freue mich, wenn sich neue Themen und Projekte innerhalb oder angrenzend zur Arbeits- oder Changing Cities-Welt ergeben und ich mich mit inspirierenden und engagierten Menschen aus verschiedenen Altersgruppen und Bereichen austauschen kann oder sich gar eine Zusammenarbeit ergibt. Und mit Freund und Freund*innen verbringe ich auch gerne Zeit, wobei ich diese zum Glück auch zu den engagierten und inspirierenden Personen rechnen kann.

Und zum Schluss: Verrätst Du uns noch Dein Lebensmotto?
Vielleicht nicht das eine Motto, aber doch ein Grundsatz: Ich wachse mit meinen Aufgaben.

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