, Berlin

Volksentscheid Fahrrad und Changing Cities rufen zur Mahnwache für die sechste getötete Radfahrerin in diesem Jahr auf.

Berlin, 20. September 2017. Gestern Vormittag wurde die sechste Radfahrerin in diesem Jahr in Berlin getötet. Ein rechts abbiegender Lastwagen überfuhr sie. Changing Cities e.V. und die Initiative Volksentscheid Fahrrad rufen für heute Abend 19:00 Uhr zu einer Mahnwache an der Unfallstelle an der Ecke Oberspreestraße / Köllnischer Platz in Köpenick auf. Die Initiative möchte mit einem stillen Gedenken auf der Fahrbahn der Getöteten gedenken und den Angehörigen ihr tiefes Mitgefühl ausdrücken. Der ADFC wird zur Mahnung ein weißes Geisterrad an der Unfallstelle aufstellen.

Am gestrigen Vormittag starb eine 75-jährige Frau in Köpenick, weil sie ein Lastwagen beim Rechtsabbiegen überfuhr. Es ist bereits die dritte auf diese Weise getötete Radfahrerin in diesem Jahr in Berlin, die sechste Getötete insgesamt in 2017.

„Gerade einmal vor drei Wochen mussten wir für einen getöteten Radfahrer in Lichterfelde eine Mahnwache abhalten. Jetzt ist es wieder geschehen. Unser Beileid und Mitgefühl gilt den Angehörigen, wir wünschen ihnen jetzt viel Kraft und trauern mit ihnen“, so Yvonne Hagenbach vom Volksentscheid Fahrrad.

Die Mahnwache ist ein nachdrücklicher Appell an die politisch Verantwortlichen in Berlin und im Bund, endlich die Sicherheit von Radfahrerinnen und Radfahrern zu verbessern. Dazu muss unverzüglich mit der Umsetzung der Maßnahmen begonnen werden, die derzeit im Mobilitätsgesetz verankert werden, das auf das RadGesetz des Volksentscheid Fahrrad Berlin zurückgeht.

“Wir fordern alle Kandidatinnen und Kandidaten für die Bundestagswahl auf, sich hier und jetzt für mehr Schutz für das Leben von Radfahrerinnen und Radfahrern einzusetzen. Die nötigen Sicherheitsvorkehrungen, wie heruntergezogene Seitenfenster, sind bekannt. Dass sie nicht schon längst vorgeschrieben sind, ist ein Skandal, der regelmäßig Menschenleben kostet”, fordert Denis Petri, politischer Referent bei Changing Cities e.V.

Changing Cities und der Volksentscheid Fahrrad laden die Berliner Abgeordneten, die Kandidatinnen und Kandidaten für die Bundestagswahl, den Bezirksbürgermeister sowie den Baustadtrat von Treptow-Köpenick ein, sich an der Unfallstelle mit den Trauernden in stillem Gedenken auf die Fahrbahn zu setzen und den Angehörigen ihr Mitgefühl auszudrücken.

“Wir hoffen sehr, dass die verantwortlichen Politiker und Politikerinnen kommen werden. Wir möchten deutlich machen, dass durch Unfälle Getötete, in erster Linie Menschen mit Familie, Freunden und Teil unseres sozialen Miteinanders sind. Und dass gegen die tödlichen Unfälle endlich mehr getan werden muss, als sie als tragische Einzelfälle in die Statistik aufzunehmen,” so Marlene Sattler vom Volksentscheid Fahrrad.

Weiterführende Links

Ansprechpartner für die Presse im Team Changing Cities e.V. / Volksentscheid Fahrrad

Denis Petri, 0176 577 225 32 , denis.petri@changing-cities.org

Marlene Sattler, 0178 3351 301, marlenesattler@posteo.de

Über Changing Cities e.V.

Changing Cities e.V. ist am 23. Mai 2017 aus Netzwerk Lebenswerte Stadt e.V. umbenannt worden. Das bislang größte Projekt des Vereins ist der Volksentscheid Fahrrad in Berlin, mit dem es gelang, die Berliner Verkehrspolitik zu drehen und das bundesweit erste Mobilitätsgesetz anzustoßen. Changing Cities e.V. unterstützt landes- und bundesweit Bürgerinitiativen, die sich im Bereich nachhaltige Verkehrswende und lebenswerte Städte einsetzen, mit Kampagnenwissen oder stößt solche Initiativen an. Changing Cities ist als gemeinnützig anerkannt.

Über die Initiative Volksentscheid Fahrrad

Hinter dem Volksentscheid stehen Engagierte, Mobilitätsexperten, Demokratie-Retter und Fahrrad-Enthusiasten. Viele Verbände, Unternehmen und Wissenschaftler unterstützten das Anliegen, das Radverkehrsgesetz (RadG) schnell in Kraft zu setzen. Ziel ist, dass wir Berlinerinnen und Berliner sicher und entspannt Radfahren können; dafür hat die Initiative das Berliner Radverkehrsgesetz (RadG) erarbeitet. Nur mit dem RadG kann der Senat dauerhaft verpflichtet werden, schnell und aktiv eine gute Radinfrastruktur zu schaffen. Der 10-Punkte-Plan des geplanten Gesetzes benennt konkrete Maßnahmen, jährliche Zielsetzungen und eine Umsetzungsverpflichtung innerhalb von acht Jahren. Der Volksentscheid Fahrrad ist Berlins schnellster Volksentscheid: Der Antrag auf Einleitung eines Volksbegehrens wurde innerhalb von nur dreieinhalb Wochen von 105.425 Berlinern unterschrieben – 7% der Wählerstimmen. Die neue Koalition hat zugesagt, alle Ziele und Forderungen zu übernehmen, ein Mobilitätsgesetz auf Basis des RadGesetzes bis Frühjahr 2017 in Kraft zu setzen und ab 2018 jährlich mehr als 50 Mio. Euro in die Radwege zu investieren. Über 100 aktive Mitstreiter organisieren sich selbst durch Online-Projekttools und durch schnelle, handlungsorientierte Entscheidungsfindung.

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