, Berlin

Trauerkundgebung des Volksentscheids Fahrrad und Changing Cities e.V. für die tote, 13-jährige Radfahrerin // Donnerstag, 14. Juni 2018 um 17:30 Uhr // Köpenicker Chaussee Ecke Blockdammweg bei der Tramhaltestelle, 10318 Berlin Lichtenberg

Berlin, 13. Juni 2018. Der Volksentscheid Fahrrad und sein Trägerverein Changing Cities e.V. rufen für morgen, Donnerstag, den 14. Juni 2018, um 17:30 Uhr zur Trauerkundgebung auf. Wir möchten der am Dienstagabend gestorbenen, 13-jährigen Radfahrerin gedenken. Die Kundgebung findet an der Unfallstelle an der Kreuzung Köpenicker Chaussee und Blockdammweg statt. Der Volksentscheid Fahrrad und sein Trägerverein Changing Cities e.V. sprechen den Angehörigen der Verstorbenen ihr tiefes Mitgefühl aus.

Nach Auskunft der Berliner Feuerwehr wurde am Dienstag eine 13 Jahre alte Radfahrerin von der Tram erfasst. Das Kind wollte die Gleise an einer Fußgängerfurt überqueren und war dabei unter die Tram geraten. Der 60-jährige Tramfahrer leitete laut Polizeibericht den Bremsvorgang rechtzeitig ein, konnte den Aufprall jedoch nicht verhindern. Bei den Rettungsarbeiten wurden auch zwei Feuerwehrleute unter dem Zug eingeklemmt. Sie mussten ebenfalls in ein Krankenhaus gebracht werden.

„Es ist ein unfassbar tragischer Fall. Unser tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen des toten Mädchens. Wir wünschen ihnen viel Kraft für die Zeit, die vor ihnen liegt“, sagt Jens Blume, der beim Volksentscheid Fahrrad Mahnwachen für getötete Radfahrende mitorganisiert. Der ADFC Berlin wird am Unfallort ein weißes Geisterrad aufstellen.

Changing Cities weist darauf hin, dass direkt an der Unfallstelle weder Ampelanlage noch Z-Gitter vorhanden waren. Der Ausbau einer Infrastruktur, die Fehler verzeiht und so tragische Unfälle reduziert, ist also dringend geboten.

„Es ist unerträglich, dass sich Kinder nicht sicher auf unseren Straßen bewegen können. Der öffentliche Raum gehört uns allen. Die Politik muss alles tun, um die Vision Zero umzusetzen. 3177 Verkehrstote gab es 2017 in Deutschland – wir weigern uns, das als Status quo zu akzeptieren“, so Ragnhild Sørensen von Changing Cities.

Die Trauerkundgebung ist als Demonstration bei der Versammlungsbehörde angemeldet. Politiker*innen aus Senat, Abgeordnetenhaus und Bezirk sowie Feuerwehr und BVG wurden eingeladen, an der Trauerkundgebung teilzunehmen.

Tragischerweise wird voraussichtlich am Freitag, 15. Juni 2018, eine weitere Mahnwache für einen 8-jährigen Jungen stattfinden, der in Spandau durch einen Lkw getötet wurde.

 

Weiterführende Links:

Pressebericht zum Unfall der Berliner Morgenpost vom 12. Juni 2018

Polizeimeldung vom 13. Juni 2018

Pressemitteilung von Changing Cities zur Verzögerung des Mobilitätsgesetzes vom 24. Mai 2018

Radgesetz der Initiative Volksentscheid Fahrrad Berlin, Referentenentwurf und Stellungnahme zum Mobilitätsgesetz von Changing Cities e.V.

Informationen zum Volksentscheid Fahrrad

Bilder zur kostenlosen Nutzung für die Presseberichterstattung

 

Ansprechpartner für die Presse im Team Changing Cities e.V./Volksentscheid Fahrrad:

Ragnhild Sørensen, E-Mail: ragnhild.soerensen@changing-cities.de, 0171 535 77 34

 

Über Changing Cities e.V.: Changing Cities e.V. ist am 23. Mai 2017 aus Netzwerk Lebenswerte Stadt e.V. umbenannt worden. Das bislang größte Projekt des Vereins ist der Volksentscheid Fahrrad in Berlin, mit dem es gelang, die Berliner Verkehrspolitik zu drehen und das bundesweit erste Mobilitätsgesetz anzustoßen. Changing Cities e.V. unterstützt landes- und bundesweit Bürgerinitiativen, die sich im Bereich nachhaltige Verkehrswende und lebenswerte Städte einsetzen mit Kampagnenwissen oder stößt solche Initiativen an. Changing Cities ist als gemeinnützig anerkannt.

 

Über die Initiative Volksentscheid Fahrrad: Hinter dem Volksentscheid stehen Engagierte, Mobilitätsexpert*innen, Demokratie-Retter*innen und Fahrrad-Enthusiast*innen. Viele Verbände, Unternehmen und Wissenschaftler*innen unterstützten das Anliegen, das Radverkehrsgesetz (RadG) schnell in Kraft zu setzen. Ziel ist, dass wir Berlinerinnen und Berliner sicher und entspannt radfahren können; dafür hat die Initiative das Berliner Radverkehrsgesetz (RadG) erarbeitet. Nur mit dem RadG kann der Senat dauerhaft verpflichtet werden, schnell und aktiv eine gute Radinfrastruktur zu schaffen. Der 10-Punkte-Plan des geplanten Gesetzes benennt konkrete Maßnahmen, jährliche Zielsetzungen und eine Umsetzungsverpflichtung innerhalb von acht Jahren. Der Volksentscheid Fahrrad ist Berlins schnellster Volksentscheid: Der Antrag auf Einleitung eines Volksbegehrens wurde innerhalb von nur dreieinhalb Wochen von 105.425 Berlinern unterschrieben – 7% der Wählerstimmen. Die neue Koalition hat zugesagt, alle Ziele und Forderungen zu übernehmen, ein Mobilitätsgesetz auf Basis des RadGesetzes bis Frühjahr 2017 in Kraft zu setzen und ab 2018 jährlich mehr als 50 Mio. Euro in die Radwege zu investieren. Über 100 aktive Mitstreiter*innen organisieren sich selbst durch Online-Projekttools und durch schnelle, handlungsorientierte Entscheidungsfindung.

 

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